Vor-Ort-Beratung für Opfer von DDR-Unrecht

Die Beauftragte des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (bis 2016 Landesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR in Sachsen-Anhalt) setzt in Kooperation mit dem Caritasverband für das Bistum Magdeburg e. V. und dem Caritasverband für das Dekanat Dessau die individuellen und wohnortnahen Beratungen für Bürgerinnen und Bürger fort.

Nächster Beratungstag in Bernburg ist der 20. Oktober 2020 von 11 bis 17 Uhr in der Caritas-Beratungsstelle in der Theaterstraße 5.

Da die Beratung in Einzelgesprächen erfolgt, ist eine vorherige Anmeldung zwingend erforderlich. Die Gesprächstermine werden bei der Caritas-Beratungsstelle unter der Telefonnummer 0 34 71 / 37 00 79 vergeben.

Am 24. Oktober 2019 wurde im deutschen Bundestag das „Gesetz zur Verbesserung rehabilitierungsrechtlicher Vorschriften für Opfer der politischen Verfolgung in der ehemaligen DDR und zur Änderung des Adoptionsvermittlungsgesetzes“ beschlossen. Mit diesem Gesetz sollen die Antragsfristen nach den Rehabilitierungsgesetzen, die bislang am 31.12.2019 enden, aufgehoben werden, so dass die Antragstellung auf Dauer möglich sein wird. Zudem wurden einzelne Leistungen für bestimmte Betroffenengruppen erweitert bzw. erhöht.

Das Beratungsangebot richtet sich an Menschen, die bis heute in vielfältiger Weise unter verübtem Unrecht durch den SED-Staat leiden, insbesondere an:

  • zu Unrecht Inhaftierte,
  • Betroffene von Zersetzungsmaßnahmen des Staatssicherheitsdienstes,
  • Personen, die Repressalien in Beruf oder Ausbildung ausgesetzt waren,
  • Betroffene, die Eingriffe in Eigentum und Vermögen erfuhren,
  • Verschleppte und deren Angehörige sowie Hinterbliebene und Angehörige von Opfern,
  • Personen, die nach Akteneinsicht eine Retraumatisierung erlitten.

Es können Anträge auf Einsicht in die Stasi-Akten gestellt werden. Hierzu ist der Personalausweis vorzulegen.

Weiterhin erfolgt eine Beratung zu

  • Anträgen nach den SED-Unrechtsbereinigungsgesetzen (strafrechtliche, verwaltungsrechtliche, berufliche Rehabilitierung)
  • monatlichen Zuwendung („Opferrente“) (Mindesthaftzeit auf 90 Tage reduziert)
  • Kinderheimen (Vermutungsregelung zu Spezialheimen eingeführt)
  • Anträgen nach sowjetischer Inhaftierung/Internierung
  • der Stiftung Anerkennung und Hilfe (Antragsfrist 31.12.2020).

Auch Angehörige von offiziellen und inoffiziellen Mitarbeitern des MfS können sich beraten lassen.

Das Beratungsangebot wird im gesamten Jahr 2020 fortgesetzt werden. Der nächsteTermin soll bereits Dienstag, der 3. November 2020 sein.

Weitere Informationen gibt es auf www.aufarbeitung.sachsen-anhalt.de